2014

Vortrag zum Fachtag Darstellendes Spiel in Neumünster am 06.12.2014

Vielfalt als Ressource – der partizipative Theater-Unterricht: Kunst der Begegnung
Von Maike Plath

Das Thema „Heterogenität“ und das Bestreben, Vielfalt bestmöglich zu fördern, sind derzeit in unseren Schulen ein großes Thema. Wenn dies aber tatsächlich gelingen soll, müssen wir uns mit der dahinterliegenden größeren Idee beschäftigen – dem Konzept der Inklusion. Ich möchte meinen Vortrag mit einer Sensibilisierung für die Bedeutung dieser Begrifflichkeiten beginnen.

Was assoziieren wir, wenn wir den Begriff „Inklusion“ hören? – Die meisten Menschen lässt dieser Begriff derzeit an behinderte Menschen denken. Darin liegt bereits das erste große Missverständnis. Zu glauben, dass behinderte oder irgendwie anders benachteiligte Menschen in etwas „inkludiert“ werden müssen, ist Indiz für eine gegenteilige, nämliche EXKLUSIVE Geisteshaltung.

Wenn wir in unserem Unterricht Vielfalt als Chance – und nicht als (problematische?) Herausforderung – sehen wollen, ist aber eine inklusive Geisteshaltung die Grundvoraussetzung.

„Ich und die anderen“ – Abschlussbericht

Das erste Theate rprojekt von Mitspielgelegenheit e.V. an der Quinoa-Schule fand wie geplant in den ersten sechs Wochen des neuen Schuljahres 2014/15 statt. Thema und Ausgangspunkt der Projektarbeit war die Begegnung mit den anderen, zu Beginn noch fremden, Mitschüler_innen der Klasse. Welche Erwartungen und Ängste bringe ich mit? Wie kann ich in der neuen Klasse meinen Platz finden? Wie kann ich meine Wünsche, Ansichten und Stärken in der neuen Gruppe einbringen und behaupten? Wer möchte ich sein und wie wollen wir miteinander umgehen?

Das Nadelöhr der Zuversicht

In den letzten Tagen vor der Aufführung schlafe ich schlecht. Der Druck aller Beteiligten wird spürbar, besonders bei den Kindern. Am Montag ist zwar „Mutti“ wieder da und wir haben eine sehr schöne, ruhige Probe, in der wir ganz unter uns sind – aber es ist die trügerische Ruhe vor dem Sturm. Ich ahne, dass die ganz große Krise noch kommt. Der Gedanke, dass ich das alles nun schon so oft erlebt habe, bringt keine Erleichterung. Jedes Mal wieder weiß ich, dass man auch scheitern kann – dass der Prozess auch in eine Niederlage münden kann. Zwar ist es bisher nie so gewesen, immer wurden wir mit dem Strahlen und dem Glück einer gelungenen Präsentation belohnt – aber der Gedanke daran beruhigt mich überhaupt nicht. Ich frage mich, wann ich endlich cool und gelassen in eine solche Endphase gehen kann – wahrscheinlich nie – denn wenn es nach 15 Jahren Theaterarbeit nicht gelingt – wann dann? Zu sehr ist mir bewusst, was alles schief gehen kann – selbst wenn man alles „richtig“ macht.