Meine Facebook-Anzeigen-Erfahrung impliziert, dass niemand Bock hat auf das Thema Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz: Texte, in denen diese beiden Wörter – oder eines davon – vorkommen, werden nicht angeklickt. Ich habe aber manchmal das Gefühl, dass es sich um ein Missverständnis handelt: Wer KI thematisiert, denkt doch zwangsläufig über den Menschen nach und wie es weiter gehen könnte. Das ist ja nicht gerade uninteressant. Deswegen versteh ich die „Augen-Roll-Reaktion“ nicht so ganz. Ich finde es wichtig, darüber zu sprechen, auch gerne ein bisschen rum zu spinnen – bietet sich ja an! – aber Hauptsache am Ball bleiben und drüber nachdenken! Oder? Hier mein Text zur neuen Folge bei Rede mal ordentlich, Frau Plath zum Thema „Zukunftsvision Künstliche Intelligenz“:

Ich glaube, wir sollten hin und wieder auch mal von der Zukunft her denken und Visionen für „morgen“ entwickeln…- und nicht immer nur schlechte Laune kriegen wegen der Probleme von heute. Das Thema Künstliche Intelligenz kommt in rasantem Tempo auf uns zu und wird vielfach als Bedrohung wahr genommen. Das ist berechtigt. Nur liegt die Bedrohung nicht in der Künstlichen Intelligenz, sondern im Menschen.

Zu welchen Zwecken wird der Mensch die KI nutzen, und was passiert bereits jetzt?

Während wir nicht so richtig Lust haben, über dieses Thema nachzudenken, finden bereits massive gesellschaftliche Veränderungen statt, die den Alltag in ähnlich massiver Weise verändern werden wie damals die Industrielle Revolution.

Wenn wir vermeiden wollen, dass auch bei der digitalen Revolution zahlreiche Menschen „auf der Strecke bleiben“, in Armut versinken oder in auf Konkurrenz ausgerichteten Effizienz-Systemen entfremdet werden, dann wird es jetzt Zeit, darüber nachzudenken, was den Menschen von der Maschine unterscheidet und in welcher Welt wir leben wollen.

Dafür ist es notwendig, das menschliche Potenzial stärker zu fokussieren, auszubilden und zu stärken: Jene Fähigkeiten, die uns jeder Maschine überlegen machen: Beziehungsfähigkeit, Empathie, Erfindungsgabe, Fantasie, Kommunikation – und die Fähigkeit, immer wieder im direkten menschlichen Miteinander das Unerwartete, nicht voraus Berechenbare zu tun und damit scheinbar aussichtslosen oder bedrohlichen Entwicklungen plötzlich eine hoffnungsvolle Richtung zu geben.

Dafür wäre es unter anderem auch wichtig, Bildung als Baustelle für eine menschliche Zukunft zu begreifen. Lehrkräfte und alle Menschen, die im Bereich Bildung arbeiten, sollten weniger gezwungen sein, Bürokraten und Kontroll-Instanzen zu sein – sondern Experten für verantwortungsvolle soziale Beziehungen, Kommunikation und Kreativität. Denn selbständig und ungewöhnlich zu denken, gleichzeitig verantwortlich im Sinne einer größeren, gemeinschaftlichen Idee handeln zu KÖNNEN und den Mut und Selbstwert zu haben, dies auch zu tun – das sind die eigentlich entscheidenden Fähigkeiten, die wir jetzt brauchen. Denn ansonsten entscheidet alles Mark Zuckerberg. Oder Jeff Bezos.  – Oder Donald Trump. Oder…? Ihr könnt es euch aussuchen. – Oder nicht. Und darum geht es.

In diesem Sinne sind für mich heutzutage die Pädagogen*innen und Künstler*innen und alle, die „abweichend“ sind, die wahren JEDI-RITTER des Digitalen Zeitalters…

Also macht euch an die Arbeit. Möge die Macht mit euch sein.

Der Link zur neuen Folge bei Rede mal ordentlich, Frau Plath: Zukunftsvision Künstliche Intelligenz

https://youtu.be/KJ7vNbIaDPA